Papyrus Ebers

Der Papyrus Ebers ist die längste, schönste, wichtigste und einzig komplett überlieferte Buchrolle zur Heilkunde Altägyptens. Der Papyrus Ebers ist ein Unikat und die Hauptquelle des Wissens über die alte ägyptische Medizin.

Name: Die Rolle ist benannt nach dem Entdecker und Herausgeber, dem Leipziger Ägyptologen Georg Ebers (1837-1898).

Erwerbung: Die Papyrusrolle wurde von Georg Ebers in Theben (Oberägypten) im Winter 1872/73 käuflich erworben.

Aufbewahrung: Der Papyrus Ebers befindet sich seit 1873 im Eigentum der Universitätsbibliothek Leipzig.

Maße: Die Länge beträgt 18,63 m und die Höhe 0,30 m.

Alter: Die Rolle stammt aus dem letzten Viertel des 16. Jh. v. Chr.

Herkunft: Vermutlich wurde der Papyrus Ebers in einem Grab bei Theben gefunden.

Schrift/Sprache: Der Text ist Hieratisch von rechts nach links mit schwarzer Tusche geschrieben; Rot wird für Überschriften und Maßangaben verwendet.

Material und Form: Es handelt sich bei dem Papyrus Ebers um eine Rolle aus 48 zusammengeklebten Papyruseinzelblättern. Zur Zeit der Entdeckung war die Rolle vollständig. Aus konservatorischen Gründen wurde sie in 29 Teile aufgeteilt. Seit dem Zweiten Weltkrieg sind einige Kolumnen verloren oder beschädigt. Sie sind in der Präsentation durch das von Georg Ebers 1875 hergestellte Faksimile ersetzt.

Inhalt und Aufbau: Der Papyrus Ebers ist ein kurz gefasstes Lehrbuch zur Ältägyptischen Heilkunde auf 110 Kolumnen. Die Kolumnen 103-110 wurden auf die Rückseite der Kolumnen 102-94 geschrieben. Auf der Rückseite von Kolumne I befindet sich ein berühmter Kalender mit dem Sotis-Aufgangsdatum vom 9. Jahr der Regierung des Amenophis I (1525-1504 v. Chr.). Der Papyrus Ebers enthält 879 Einzeltexte, die ca. 80 Krankheitsbilder und deren Behandlung beschreiben.

© Universitätsbibliothek Leipzig, 2016